Pendeln durchs Grüne? Oder: Alle Wege führen nach Erkner

Mit dem Rad durch Wald und Flur zur Arbeit – angenehm, gesund und stressfrei. Oder?

Wer entlang der S3 oder über Treptow bequem und sicher mit dem Rad von und nach Erkner bzw. in die umliegenden Gemeinden fahren will, der sieht sich einigen Hürden gegenüber. Eine hiervon ist das völlige Fehlen durchgängiger, vom KFZ-Verkehr getrennter Routen für Alltagsfahrer und Berufspendler. Da der Autor einige Zeit zwischen Köpenick und Erkner pendelte, ergaben sich viele Gelegenheiten, mögliche Wege zu erkunden.

Im Ergebnis finden sich in dieser umap-Karte ein paar Ideen, wie, worauf, woran vorbei und mit welchen Fahrradtypen es sich recht angenehm zwischen Berlin und Erkner fährt:

umap Radrouten Beriln-Erkner – cc-by-sa-4.0; Stg-TK des adfc-berlin

Einer der besten Wege ist sicherlich ein etwa 4 km langes, vor kurzem erst erneuertes Teilstück auf dem ganzjährig gut befahrbaren Birkenweg zwischen den Forstämtern Friedrichshagen und Rahnsdorf. Der schattige Waldweg ist gerade bei starker Hitze, wie sie mit dem Klimawandel deutlich zunimmt, eine Wohltat.

Diese Erfahrungen sind natürlich auch in die hier vorgestellte Radnetzplanung der Verbände in TK eingeflossen. Gerade entlang der S3 und auf der Strecke Erkner – Müggelheim – Grünau – BER besteht viel Potential für den alltäglichen ebenso wie den touristischen Radverkehr. Dieses zu heben ist möglich, bedarf aber einer guten Zusammenarbeit zwischen Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung.

Andere Länder sind bereits deutlich weiter: Statt pauschal das Pendeln und Dienstreisen mit KFZ steuerlich zu belohnen, wird ein Teil der positiven Nutzeneffekte des Radfahrens an die Pendler zurückgeben bzw. internalisiert. Das ist Wertschätzung.

Generell bieten besonders Spezialräder wie Velomobile und S-Pedelecs bzw. 45 km/h-„E-Bikes“ im engeren Sinne herausragende Möglichkeiten, das für die Allgemeinheit sehr teure Pendeln mit dem Auto durch den stattdessen wohlstandsgenerierenden Radverkehr zu ersetzen. Auch Strecken über 40 km sind mit diesen Fahrzeugtypen gut machbar. Die Einstufung fast aller Velomobile als Fahrräder, jedoch in der Regel ohne Radwegebenutzungspflicht (VwV-StVO: Zu § 2, Abs. 4, Satz 2, Punkt II.2.a (Randziffer 23)), erlaubt darüber hinaus schönere Strecken zu fahren, sie sind als mehrspurige Kabinenfahrzeuge sehr sicher und im Stau stecken zu bleiben ist nicht leicht.

Fragen, Ideen und Ergänzungen zu den Wegen von und nach Erkner oder allgemein zur Radnetzplanung der Verbände gerne an radnetz@adfc-tk.de