Datenschutzaspekte

Die Kamera des Zählgerätes ist auf die Straße gerichtet, um Fußgänger, Radfahrer, Autos und Schwerlastverkehr zu zählen. Das Gerät verarbeitet die Kamerabilder sofort und die Kamera filmt in niedriger Auflösung, so dass keine Gesichter oder Nummernschilder erkannt werden. Die Kamera ist so konzipiert, dass es keine Möglichkeit gibt, die Kamerabilder selbst einzusehen (weder durch den Besitzer des Gerätes noch durch Dritte). Die Kamerabilder sind nur während der Installation des Gerätes für den Benutzer (um die Kamera richtig ausrichten zu können) und für einen Zeitraum von maximal 10 Minuten sichtbar. Optional kann man entscheiden, ob einmal täglich ein speziell aufbereitetes Bild zur Kontrolle der korrekten Kameraposition in das eigene Dashboard auf der Telraam-Webseite hochgeladen werden soll. Dieses Bild enthält nach einer entsprechenden Bearbeitung im Zählgerät keine Informationen über Personen oder Objekte, die sich im Zeitraum der Aufnahme (30 Sekunden) durch das Blickfeld der Kamera bewegten.

Die vom Gerät gesammelten Daten werden drahtlos über WLAN an eine zentrale Datenbank übertragen, wo sie weiterverarbeitet werden. Die Zählergebnisse sowie einige statistische Auswertungen sind für jedermann frei zugänglich unter www.telraam.net.

In einer Stellungnahme hatte die belgische Datenschutzbehörde (GBA) keine Einwände gegen diese Methode der Verarbeitung von Kamerabildern (sofort und lokal, im Gegensatz zur Speicherung der Bilder & Weiterleitung an eine zentrale Datenbank zur zentralen Verarbeitung, wie es bei klassischen Kamerasystemen der Fall ist).

Im Rahmen der Registrierung für ein Zählgerät auf der Telraam Webseite, werden einige persönliche Daten (Name, Adresse und E-Mail-Adresse) abgefragt. Man wird darüber informiert, was mit diesen Daten geschieht. Diese persönlichen Daten werden in keiner Weise an Dritte weitergegeben. Für die Weitergabe der Zähldaten werden Straßenabschnitte und keine spezifischen Adressdaten verwendet.

Technisch gesehen läuft die Verarbeitung wie folgt ab:

  • Die Kamera sendet das Bild (effektives Bild der Straße) an die Verarbeitungseinheit (Raspberry Pi basierter Minicomputer), der physisch mit der Kamera mit einem Kabel verbunden ist.
  • Der Minicomputer verarbeitet die Bilder sofort zur Objekterkennung und speichert nur die folgenden Informationen über diese Objekte: Größe, Geschwindigkeit und Position des Objekts auf dem Bild (oben/unten). Die Bilder der Kamera selbst werden nicht wirklich erfasst, sondern sofort umgewandelt und sind auch nirgends sichtbar.
  • Die Informationen über die Objekteigenschaften werden an eine zentrale Datenbank für eine zweite Verarbeitung gesendet, in der die Objekteigenschaften in Fahrzeuge übersetzt werden (z.B. Objekt mit Größe 5688 Pixel mit Pixelgeschwindigkeit 24pixel/Sekunde ist ein Auto, Objekt mit Größe 700 Pixel mit Pixelgeschwindigkeit 10pixel/Sekunde ist ein Fahrrad, usw…).
  • Wenn man die gesamte Kamera und die lokale Verarbeitung betrachtet, kommt der Input von der Kamera (tatsächlich häufige Bilder im Farbspektrum pro Pixel), die Interpretation des Inputs erfolgt durch die Erkennung allgemeiner Eigenschaften von Objekten (Pixelgröße,…). In diesem Sinne werden eigentlich keine Bilder aufgenommen, sondern es werden nur die relevanten Eigenschaften der Bilder herausgefiltert (Objekterkennung und einige Eigenschaften). Die Kamera zählt somit die Anzahl der Objekte, die vor ihr vorbeiziehen.

Bei der Bildverarbeitung gibt es zwei wesentliche Elemente:

  • Die Bilder selbst werden lokal und sofort verarbeitet. Es nicht möglich, die Bilder direkt von der Kamera abzufragen.
  • Die verarbeiteten Daten sind generisch und stellen keine persönlichen Daten dar. Es werden keine Nummernschilder, Gesichter oder Merkmale von Personen erfasst.